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Neubau
Die Steine der Stadt Berlin

Die Steine, von denen hier die Rede ist, sind nicht die Steine der Berliner Straßen. Auch nicht die Steine, mit denen unsere schönen Berliner Häuser gebaut werden. Wir reden heute stattdessen von den Steinen der Absurdität, die die Stadt Berlin uns Hausbauern und Hausbauerinnen von Zeit zu Zeit vor den Latz klatscht. Gewollt, ungewollt, who knows? Aber weh tut es oft trotzdem.

"Einer hält den Spaten und zwei schau'n ihm beim Halten zu."

- Element of Crime

Behörden-Bashing ist leicht getan, vor allem in Berlin. Durch welche behördlichen Reifen wir im Laufe unseres Bauprojektes schon springen mussten – es würde Tage dauern, sie alle aufzulisten. Es ist genug zu wissen, dass wir dabei recht kräftige Beine bekommen haben. Aber Behörden-Bashing betreibe ich trotzdem wirklich nicht gerne. Es ist ja viel zu einfach. Die haben ja auch keinen leichten Job, und mit unserem Hauskauf im Sanierungsgebiet haben wir ohnehin Hang zum Masochismus bewiesen. Manchmal gibt es aber auch für mich Momente, in denen ich mal innehalten muss, um das Ausmaß der Absurdität des Schaffens der Institutionen zu bewundern.

Beispiele dafür finden sich zuhauf. Ein besonders Vorzeigbares ist jenes der Neusetzung unseres Wasserschachtes: Der unterirdische Schacht für die Trinkwasserzufuhr musste ersetzt werden. Dafür sollte der alte Schacht von Unternehmen 1 entfernt, und ein neuer Schacht von Unternehmen 2 eingesetzt werden. So weit, so straightforward. Allerdings mussten sich die beiden Unternehmen hier zwingend an die Tätigkeitsbeschreibung halten; das heißt, Unternehmen 1 muss Erde herbeischaffen, damit sie das Loch, das bei der Entnahme des Schachtes entsteht, wieder zuschütten kann. Erst dann kann Unternehmen 2 kommen, das Loch wieder freibuddeln und den neuen Schacht einsetzen. :eyeroll:

Ähnlich effizient hat sich die Stadt Berlin jetzt beim Beschnitt des Baumes vor unserem Haus gezeigt. Wir hatten in einem früheren Post schon davon erzählt, dass dieser zurückgeschnitten werden musste, damit wir das Haus an der Straßenfront überhaupt bauen konnten. Das alleine war schon weder einfach noch billig. Die Stadt Berlin musste natürlich um Erlaubnis gefragt werden und wir hatten mehrmals Kontakt wegen dieser Anfrage. Am Ende waren wir einfach froh, dass wir die Erlaubnis bekamen und einen Baumschneider dafür anheuern durften, der die Arbeit dann vor gut einem Monat ordentlich erledigt hat.

Ha! Und wie blöde haben wir dann diese Woche geschaut, als die Baumschneider von der Stadt selbst kamen, weil sie ohnehin alle Bäume der Straße  saisonbedingt zurückschneiden wollten! Davon war in den Vorab-Gesprächen natürlich niemals die Rede. Bei unserem Baum gabs dann naturgemäß (haha) nicht mehr viel zu schneiden, was haben sie da gelacht, die Baumschneider der Stadt Berlin. Und wir waren kurz davor, ob der flötengegangenen Kohle in den Hals des Hubsteigers zu beißen.

Manchmal sind solche Dinge gar nicht mal so recht mit Inkompetenz zu erklären, manchmal vermutet man fast Bosheit dahinter. Oder kompletten Nihilismus – warum sich denn überhaupt um irgendwas scheren? Am Ende sind wir doch eh alle nur Sternenstaub, oder? Ich vermute, wir haben uns nicht das letzte Mal über die Verwaltung der Stadt Berlin ärgern dürfen.

Photo by the blowup on Unsplash

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