Als wir diesen Blog begonnen haben, sind wir da eher blauäugig hineingestolpert: „Komm, wir machen einen Blog über den Hausbau!“ Es schien so leicht und intuitiv. Aber während sich dieser Blog in den letzten Monaten entwickelt hat, merkten wir, dass es manchmal gar nicht so offensichtlich ist, wieso/weshalb/warum wir uns und Euch das antun. Weder für unsere LeserInnen, noch für uns selbst. Darum möchten wir mit diesem Beitrag ein wenig soul searching betreiben.
In der langen, laaangen Phase zwischen Hauskauf und Erteilung der Baugenehmigung haben wir immer wieder mit dem Gedanken gespielt, einen Blog über den Hausbau zu schreiben. Warum eigentlich? Vielleicht because we can. Wir haben auch in der Vergangenheit schon gemeinsam Blogs geschrieben, zB über unsere Hochzeitsplanungen oder über meine Elternzeit mit unserer Tochter Ella. Das hatte immer Riesenspaß gemacht und uns vor allem die Möglichkeit gegeben, Freunde und Familie an diesen wichtigen Lebensphasen teilhaben zu lassen. Vor allem Foto- und Videodokumentationen waren für unsere entfernt lebenden Verwandten eine große Freude. Und die Blogs leben auch heute weiter – manchmal, in ruhigen Stunden, scrolle ich durch die alten Beiträge und freue mich über die schönen Erinnerungen. Sie eignen sich auch vortrefflich zum Prokrastinieren, wenn man mal eine wichtige Arbeit fertig bekommen muss. Und dies waren somit auch die Grundgedanken, als wir diesen Blog hier ins Leben gerufen haben: Freunde und Verwandte teilhaben lassen; den Bau für spätere Zeiten dokumentieren; Spaß dabei haben; achja, und zukünftiges Prokrastinationsmaterial erschaffen.
Dabei blieb es aber nicht. Als wir uns im Laufe des letzten Jahres entschieden, den Bau mit Hanfsteinen zu realisieren – und dann auch noch hörten, dass dies ein Novum in Berlin sein würde – kam ein weiterer Aspekt hinzu. Wir wollten mit diesem Blog auch Aufmerksamkeit schaffen. Wie wir bereits in einem anderen Blogpost im Detail beschrieben haben, liegt uns der Schutz der Umwelt und der Kampf gegen die Klimakatastrophe sehr am Herzen. Da lag es natürlich nahe, diesen Gedanken auch in unserem neuen Lebensabschnitt, dem Hausbau, Platz einzuräumen. Wir wollten nicht nur einen Fokus auf ökologisches Bauen setzen, sondern auch andere dazu ermutigen, das Gleiche zu tun. Denn was ist besser, als ein nachhaltiges Bauprojekt? Genau, ganz viele nachhaltige Bauprojekte. Und um andere potentielle Bauherren und -damen zu erreichen, schien uns ein Blog, gepaart mit Social Media ein probates Mittel zu sein. Dies shiftete unsere Herangehensweise etwas fort von lustigen Kinderfotos auf der Baustelle und hinüber zu informativen Posts über den Baufortschritt.
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust!
Johann Wolfgang von Goethe
Dadurch, dass wir in der Folge verschiedene Motivationen und auch verschiedene Zielgruppen für diesen Blog haben, können die Inhalte für LeserInnen vielleicht manchmal seltsam anmuten. Wer nach informativen Postings über Hanfbausteine sucht, wird sich wundern, warum ich immer wieder zu Star Wars abschweife, sobald es sich anbietet (manchmal auch, wenn es sich nicht anbietet). Wer hingegen nach schönen Kinderfotos sucht, wird bei technischen Baufotos und Infos über Ortbeton-Verschalungen das Lesen einstellen. Zwei Seelen wohnen also ach! in unserer Brust. Und so richtig recht kann man es allen sowieso nicht machen, das wissen wir als Eltern dreier Kinder besonders gut („who cares, wieviele Kinder die haben!?“, fragen sich jetzt die eher Bauinteressierten wieder).
Ein Vorteil, der sich aus unserer unorthodoxen und familienorientierten Herangehensweise auch für die Bau-Freunde ergibt: Wir sind kein Promo-Channel, der Produkte verkaufen oder Dinge beschönigen will. Nein… wenn bei uns was schiefgeht, dann lest Ihr hier auch darüber (zum Beispiel hier). Das kann dann schon mal weh tun und böse aussehen. Aber so ist es eben im Baugeschäft, da geht nicht immer alles glatt. Wir wollen auch diesen Aspekt hier aufzeigen; zum Einen warnen wir damit potentielle Bauherren oder -damen vor, worauf sie sich einlassen. Zum Anderen wollen wir aber auch zeigen, dass man diese Probleme auch wieder in den Griff kriegt. Eventuell können LeserInnen ja auch aus unseren Fehlern lernen, und dafür lieber andere, neue Fehler machen – ist doch viel innovativer. Und am Ende steht nach den ganzen Fehlern dann ein strahlendes, wunderschönes, nachhaltiges Haus für die Familie da. Hoffen wir zumindest, wir werden es nächstes Jahr sehen, die Daumen sind so hart gedrückt! Also bleibt gern dabei auf dieser vieldeutigen Reise, gebt uns auch vielleicht Feedback zum Blog, denn Ihr seht: wir gehen das gleichzeitig völlig arglos und hoffnungslos verkopft an. Viel Spaß noch – wir haben ihn.










