Da ist man einmal eine Woche im Urlaub (die erste Urlaubswoche des Jahres für mich), und schon geht es auf dem Bau rund: unser schniekes Erdgeschoss hat jetzt eine Decke! Und gleichzeitig hat das Obergeschoss einen Boden – verrückter Zufall!
Das Foto erreichte uns im Urlaub in Düsseldorf, also quasi beim Besuch auf der Parallelbaustelle unserer Verwandtschaft, die bestenfalls auch nächstes Jahr werden umziehen können. Wir freuten uns natürlich zu sehen, dass die Arbeiten auch laufen, wenn wir nicht regelmäßig drüberschauen, was auch das Vertrauen zu den involvierten Personen stärkt.
Das Ganze kam natürlich nicht aus dem Blauen. Wir hatten in den letzten Wochen zugeschaut, wie zuerst die Hanfsteine gestapelt und danach unzählige Stahlverstärkungen eingebracht wurden. Zur Erinnerung: Hanf selbst trägt *nichts*, die Stabilität des Baus wird durch Stahlträger und Ortbeton erzeugt. Die Koordination mit dem Elektriker lief zudem hervorragend, der sofort anreiste, um die Leerrohre für die Verkabelung zu setzen. Jetzt sieht das Ganze ein bisschen nach rechteckiger Medusa-Ausgeburt aus, überall ragen leere Rohrschlangen aus Boden und Decke und lassen mich spontan nochmal den Versicherungsstatus der Baustelle checken, denn die Stolpergefahr hat sich gerade exponentiell gesteigert.
Durch das Setzen der Filigrandecke des Erdgeschosses entsteht nun auch unser wunderbarer offener, überdachter Eingangsbereich. Außerdem wird die ganze Baustelle etwas wetterbeständiger: Mehr Schatten bei Sonne, mehr Schutz bei Regen und Wind. Zugegeben, eher Letzteres wird in den kommenden Wochen ein Problem werden. Aber es ist ohnehin schon prima, jetzt zum ersten Mal ernsthaft „in unser Haus hinein“gehen zu können. Die fensterlosen Zimmer sind gerade zwar mit den herabhängenden Rohrschlagen eher nightmare fuel, aber im Eingangsbereich, wo die Treppe hinkommt, kann man noch entspannt Tageslicht erhaschen. Alles in allem eine massive Errungenschaft und Weiterentwicklung unserer Baustelle.
Als nächstes kommen die Ortsbeton-Gießungen. Zwischen Hanf und Holzverschalung muss Beton gegossen werden, um die Stabilität zu gewährleisten. Diese Aussparungen sind nach oben offen und werden dann befüllt. Dass das Ganze nicht leicht ist und uns in der Folge zum schlimmsten und massivsten Problem des bisherigen Hausbaus führen wird… das ist Thema des nächsten Posts. Was für ein Cliffhanger! Bis dahin könnt Ihr Euch die Zeit damit vertreiben, eine Weile in das Loch unten zu starren und Euch zu fragen: Was kann schon schiefgehen?










