Es geht voran, die Mauern wachsen. Soviel zu den guten Nachrichten. Dass sie aber viel zu langsam wachsen, ist ebenfalls verbrieft. Denn – das Risiko eingehend, wie eine gesprungene Schallplatte zu klingen – das Haus muss schnellstmöglich zum Winter geschlossen werden. Und der Wetterbericht sieht nicht rosig aus.
"Raindrops keep fallin' on our house."
- B.J. Thomas
Es war uns klar, dass es ein Spiel auf Zeit werden würde. Auch im August wussten wir schon, dass es zum Winter hin eng werden könnte. Wir bauen mit dem natürlichen Rohstoff Hanf, der Nässe aufnehmen und bei zunehmender Kälte auch lange speichern kann. Allerdings ist Feuchtigkeit nun wirklich das Letzte, was man als Bauherr oder -dame im Haus haben will.
Es ist darum von größter Bedeutung, dass das Haus geschlossen wird. Meine morgendlichen Läufe zur Baustelle finden immer öfter im Regen statt und ich stehe vor Ort wieder und wieder in Pfützen. Die etwas ärgerlichen Löcher in den Hanfsteinen sind zumindest provisorisch mit Holz verdeckt, aber die Wände sind sichtbar feucht, da sie noch nicht verputzt worden sind. Ob das Ausmaß der Nässe noch in einem vertretbaren Rahmen oder schon gefährlich im Sinne von Bauschäden ist, müssen Spezialisten entscheiden; für Fachfremde (also quasi alle anderen) ist es komplett nicht ersichtlich.
Sicher ist eigentlich nur eins: Wir sind zu langsam und es muss schneller gehen. Nach dringlichen Telefonaten in der letzten Woche, in denen es auch schon mal lauter werden kann, nehmen wir diese Woche etwas mehr Fahrt auf. Heute wurde zu fünft auf der Baustelle gemauert, die ersten Hinweise auf Zimmer im Erdgeschoss entstehen und der Hanfmix zur Anrührung und Lochbefüllung ist auch eingetroffen. Jetzt heißt es, den Kampf gegen die Elemente aufnehmen und Arbeiten, was das Zeug hält.










