Wenn es mit der Baustelle so bergab geht, dass selbst das Gerüst trotz Bedarf vor den eigenen Augen abgebaut wird, dann tut das weh. Wie kam es dazu?
Wir haben in den letzten Wochen eher optimistische und positive Beiträge mit Euch geteilt. Nun ist es mal wieder an der Zeit, die Doomsayer und Berufs-Pessimisten unter Euch zu befriedigen. Und zwar mit einem Beitrag, der elementar wichtig ist und den bisherigen Katastrophen-Höhepunkten (zum Beispiel hier) in Nichts nachsteht. Es geht um die Wahl eines Generalunternehmers für Euren Neubau.
…an electrician. Aus Gründen der Kosten, der Neugierde, aber auch des puren Tatendrangs haben wir ja schon ins Handwerk der Verputzer reingeschnuppert (wir berichteten). Diesmal haben wir uns 2 volle Tage in das Handwerk der Elektriker reingekniet. Im wahrsten Sinne des Wortes.
So richtig schön komplett und trocken ist ein Haus ja nur mit Dach. Darum haben wir uns auch schon immer wieder bei den Zwischendecken gefreut, wie gemütlich es plötzlich in den Stockwerken wurde. Doch jetzt ist endlich auch das oberste Stockwerk geschützt. Alles gut also? Nicht unbedingt.
Die letzten Wochen auf dem Bau waren ereignisreich und erschöpfend, in vielerlei Hinsicht. Und endlich haben auch Bauherr und -dame die Arbeitshandschuhe übergezogen und selbst Hand angelegt. Gründe dafür gibt es einige.
Anfang Februar wurde es plötzlich sehr, sehr laut auf der Baustelle. Der Grund dafür ist, dass wir tief, tief, tiiiiief in die Erde gebohrt haben, um uns die Konstanz der dort herrschenden Bedingungen zunutze zu machen. Zur Steuerung der klimatischen Bedingungen unseres zukünftigen Zuhauses haben wir uns für eine Erdwärmepumpe entschieden. Here’s why.
Neulich stellte mir Juri die Frage, warum an meinem Bleistift hinten ein Radiergummi dran sei. Die Antwort war einfach: Wenn wir Fehler machen, haben wir die Möglichkeit, diese wieder zu korrigieren. Dieser Ansatz ist auf viele Lebensbereiche anwendbar. Auch auf unsere bislang dunkelste Stunde des Hausbaus.
Im Gegensatz zu uns Millenials und Gen-X’ern lernen unsere Kinder heutzutage in der Schule wichtige Details über die Komplexität von Gefühlen – es lohnt sich dabei, gut zuzuhören. Denn mit diesem emotionalen Rüstwerk ist es mir nun auch möglich, die Widersprüchlichkeit unserer Gefühle bezüglich des aktuellen Wetters in Fachtermini auszudrücken.
„Ihr baut mir aber ne Treppe, wenn Ihr mit dem ersten Stock fertig seid, oder?“, fragte mich der SiGeKo und schaute mit zusammengekniffenen Augen nach oben. Er versuchte, jovial zu klingen, als würde er einen Witz machen. Aber ich hörte seine Stimme doch ein wenig zittern, nur für einen Moment. „Na klar bauen wir Dir ne Treppe“, versicherte ich ihm und konnte die Erleichterung in seinen Augen sehen.
In diesem frohen neuen Jahr – welches hoffentlich bald ein Richtfest und irgendwann dann mal eine Einzugsparty sehen wird – wollen wir uns das Schimpfen für kurz sparen und stattdessen die positiven Aspekte hervorheben. Wie so häufig im Bau-Leben ist das ein Ritt auf Messers Schneide.

