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Neubau
2 days in the life of...

…an electrician. Aus Gründen der Kosten, der Neugierde, aber auch des puren Tatendrangs haben wir ja schon ins Handwerk der Verputzer reingeschnuppert (wir berichteten). Diesmal haben wir uns 2 volle Tage in das Handwerk der Elektriker reingekniet. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Come on, boy, let's take a ride in my Volts Wagon.


- "Shocker", 1989

Nach vielen Wochen voller Pleiten, Pech und Pannen auf dem Bau hatten wir nun die Gelegenheit, selbst bei einem Team mitwirken zu dürfen, dass seinen Shit einfach mal zusammen hat. 2 Tage durften wir bei den prima Elektrikern der Sol Brain GmbH mitarbeiten und konnten uns dabei ordentlichst schmutzig machen. Der Einblick ins Metier selbst ist für uns „Strom-kommt-halt-aus-der-Steckdose“-Laien dabei schon spannend. Schon beim Setzen der Filigrandecken muss an die Deckendurchbrüche gedacht und die Leerrohre für die Kabel einbetoniert werden. All das ist noch im letzten Jahr passiert und als Resultat hängen jetzt endlos viele Kabelkanäle durch die Decken, als hätten wir im Obergeschoss Predator-Köpfe einzementiert.

Doch bevor wir wieder in nerdige Sci-Fi-Monologe abtauchen, lieber zurück zum Topic. Die meiste Zeit habe ich auf den Knien verbracht, um mit dem Bohrhammer Löcher in die Wände zu bohren, in die dann später  die Steckdosen gesetzt werden. In den Hochlochziegeln war das manchmal je nach Härte der Ziegel schweißtreibende Arbeit; bei den Hanfsteinen konnte man die Löcher gefühlt mit der bloßen Hand reingraben. Das Anpassen der Löcher und Ausgleichen von Ungleichheiten war also beim Hanf wesentlich einfacher. Eins zu null für den Naturbaustoff. Als nächstes mussten die Kabelkanäle auf dem Boden verlegt werden, und ich war heilfroh, dass mir die Vorwarnung gegeben worden war, dass ich Knieschoner mitbringen sollte.

Das genaue Anpassen der Kabelkanäle in die Wände und das Verbinden mit den Steckdosen (siehe unten) habe ich dann am Ende den Profis überlassen. Manchmal stand ich dann nur staunend ob der symmetrischen Schönheit der verlegten Kanäle da und freute mich schon drauf, den ersten Stecker für mein Super Nintendo einstecken zu dürfen. Außerdem war eine gelegentliche Pause zwischen den Arbeitsschritten auch nicht zu verachten: 2 Tage harter körperlicher Arbeit gehen ganz schön auf die filigranen Informatiker-Knochen, ich habe selten so gut (und früh) geschlafen, wie an diesen beiden Tagen des Malochens.

Mein Dank geht auf jeden Fall raus an das Spitzenteam von Sol Brain, die immer freundlich, entspannt und kompetent waren und mir einfach mal flink ein paar neue (coole) Handschuhe geschenkt haben, als meine Billo-Baumarkt-Handschuhe sich langsam an den Nähten auflösten. Und die ihr Essen mit mir geteilt haben.

Aktuell liegen die weiteren Elektro-Arbeiten auf Eis, da der Generalunternehmer beim Rohbau immer noch im Winterschlaf zu stecken scheint. Aber bald steht Sol Brain wieder vor der Tür und wir nehmen uns zusammen die restlichen Stockwerke vor.