Im Februar wurde es plötzlich sehr, sehr laut auf der Baustelle. Der Grund dafür ist, dass wir tief, tief, tiiiiief in die Erde gebohrt haben, um uns die Konstanz der dort herrschenden Bedingungen zunutze zu machen. Zur Steuerung der klimatischen Bedingungen unseres zukünftigen Zuhauses haben wir uns für eine Erdwärmepumpe entschieden. Here’s why.
Die sogenannte Spülbohrung dient der Kühlung des Bohrers und der Stabilisierung des Bohrlochs. Auch zerfrästes Bohrklein wird dadurch aus dem Loch gespült. Kostenbilanz: ~15 Kubikmeter Wasser zu ~75 EUR.
Quelle: wir.
Wenn es um nachhaltige Möglichkeiten geht, um Gebäude zu heizen oder zu kühlen, ist ja die Luftwärmepumpe meist in aller Munde und Vorgarten. Sie entnimmt der Umgebungsluft thermische Energie, die sie für das Steuern der klimatischen Bedingungen im Hausinneren nutzt. Im Prinzip ist das eine hervorragende Technik, und die Erdwärmepumpe funktioniert sehr ähnlich. Sie entnimmt die thermische Energie allerdings nicht der Umgebungsluft, sondern dem Erdreich. Ihr Vorteil ist, dass das Erdreich ab einer gewissen Tiefe eine weitaus konstantere Temperatur hat, die sie unabhängig von den starken Schwankungen der Außentemperaturen macht.
Des Weiteren erzeugen Erdwärmepumpen keine Geräusche, wie man es von Luftwärmepumpen gewohnt ist. Wenn man das Höllenspektakel der Bohrung mal außer acht lässt, hat man nach der Installation keine visuelle oder akustische Erinnerung im Garten zu stehen, die überhaupt daran erinnert, dass was war. Tatsächlich liegt unser Garten, bzw. das Brachland, das unser Garten werden wird, aktuell so scheinbar unberührt da wie vor der Bohrung. Keine Spuren davon, dass jüngst riesige Bohrer 83 Meter tiefe Löcher in ihr gebohrt haben. Nur der Technikraum im Erdgeschoss lacht sich leise ins Fäustchen, denn der weiß genau, was sich da abgespielt hat.
Man kann also doch relativ leicht feststellen: Erdwärmepumpe > Luftwärmepumpe. Aber warum setzen dann nicht alle auf Erdwärme? Das ist leicht gesagt: Erstens werden die Bohrungen in Abhängigkeit der Gewässernähe nicht überall zugelassen, man muss sich erstmal eine behördliche Erlaubnis holen (und das will in Berlin schon was heißen!). Zweitens sind Erdwärmepumpen durch die aufwändige Installation einfach viel teurer – in der initialen Finanzierung. Dementsprechend brauchen sie ein paar Jahre länger, um sich zu amortisieren, im Vergleich zu Luftwärmepumpen. Aber die Geduld haben wir, und für uns überwiegen die oben angeführten Vorteile. Wobei wir bei unserer engmaschig gestrickten Finanzierung die Daumen drücken müssen, dass wir uns an dieser Stelle nicht verzockt haben. Here’s to hope!

