…ist selbstverständlich eine Clickbait-Überschrift. Wir lehnen jegliche Form von religiösem Fundamentalismus ab – in Weißensee und auch sonst. Aber das heutige Thema lud einfach zu einem fundamentalen Wortspiel ein. Und wird eventuell etwas technischer als gewohnt. Und so komplex, dass wir (mindestens) zwei Posts dafür benötigen.
In den bisherigen Beiträgen hatte es ja fast schon den Anschein, als würde bei uns ständig alles schiefgehen und als wäre der fast tägliche Ritt von Baudame und Bauherr über die Baustelle gespickt mit einer Mischung aus Kuriosem und Ärgerlichem. Es darf aber kein falscher Eindruck entstehen: es geht voran und es wird hervorragende Arbeit geleistet! Und heute kommen auch endlich mal jene LeserInnen auf ihre Kosten, die weniger Lust auf verliebte Detailbeobachtungen haben und sich eher auf harte Baufakten freuen. Denn wie baut man eigentlich so ein Haus? Ganz in Goethes Interesse beginnen wir einfach mal mit dem Fundament.
Schritt 1: Das Fundament wurde fachgerecht vom Bauherren höchstselbst begonnen, der Sohnemann half kurzerhand um die nötige Stichtiefe zu realisieren (hier nachzulesen). Aber Spaß und symbolischen Schaufelaushub beiseite, es begann natürlich eigentlich alles mit der Vermessung und der Markierung der Fundamentfläche mittels Laser, Fäden und Sprühdose (untere Bildfolge, Bild 1). Danach durfte der Bagger sein Unwesen treiben, um die nötigen Kanäle für das Streifenfundament und die Rohre (Abwasser, Wärmepumpe, etc) freizulegen (Bild 2 und 3). Hierbei stießen wir auf brutalst viele Altlasten, die eigentlich schon längst hatten entfernt sein sollen (böser Brief ans Abrissunternehmen). Als alle Tunnel und Rohre gegraben und verlegt waren (Bild 4), durfte die Sauberkeitsschicht aus Magerbeton gegossen werden. Diese dient – wie der Name schon sagt – in erster Linie dem sauberen Arbeiten und ist in der Baubranche eher ein Nice-to-have als eine Notwendigkeit. Vielen Dank an unsere Nachbarn für das Foto aus Vogelperspektive (Bild 5).
"Es ist nichts furchtbarer anzuschauen als grenzenlose Tätigkeit ohne Fundament."
- Goethe
Danach durfte gehämmert und gesägt werden: Es entstand die Holzverschalung für das Stahlskelett (Bild 6, unten), in der man prima Kinder Labyrinth spielen lassen kann, sofern man sie nicht mehr braucht. Wir wollten die Kinder aber behalten, darum haben wir sie lieber rausgeholt, bevor das Ganze mit Beton vollgegossen wurde (Bild 7). Nun war das Betonstreifenfundament für das Erdgeschoss gelegt und wir waren an dem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr möglich war, mit einem Bagger im Inneren des Rechtecks zu agieren. Genau der richtige Zeitpunkt also, um zu bemerken, dass wir an genau dieser Stelle aufgrund eines Berechnungsfehlers nochmal richtig viel Erde abtragen mussten (Details hier). Wo gehobelt wird…
Als nächstes wurde der Innenbereich mit Vlies ausgelegt und mit Schaumglasschotter gefüllt (Bild 8). Dieses Material ist hochökologisch und wird aus Recycling-Glasresten hergestellt – es dient der Dämmung und dem Schutz gegen Feuchtigkeit aus dem Bodenreich. Alles festrütteln, nochmal Vlies drüber, und dann das Stahlskelett. Ladies and Gentlemen, the moment you all been waiting for: The Bodenplatte (Bild 9)! Hier drauf werden wir also bald springen und singen, stolpern und abrollen, helikoptern und schneeengeln. Unser Boden <3
Zum Glück hatte es an dem Tag des Gießens der Bodenplatte nach wochenlangem Sonnenschein überraschenderweise mal geregnet. Die kühlere Temperatur wirkte sich positiv auf das Aushärten des Betons aus. Und wer jetzt denkt, wir hätten nun ein Spitzenfundament für unser Haus geschaffen, hat nur halb recht. Denn der Prozess ist zwar weit gediehen, aber noch nicht abgeschlossen. Ich muss hier lediglich abbrechen, weil der Post voll ist und mir die meisten LeserInnen wahrscheinlich sowieso irgendwo im Bereich Schaumglasschotter abgesprungen sind. Stay tuned for part II.





