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Abriss & Neubau
Und jetzt abreißen? Absolutely not!

Nachdem ich im letzten Beitrag ja schon darauf hingewiesen habe, dass es von großem Vorteil wäre, unser aus natürlichen Baustoffen bestehendes Haus spätestens zum Spätherbst hin komplett geschlossen zu haben, tun sich neben den bereits genannten Hindernissen fast täglich neue auf, die den Baustart verzögern.

Es gab ein kleines Missverständnis zwischen Architekt und Abrisstruppe, was die Erstellung des Planums angeht. Darum liegt unser (zugegeben sehr planes) Grundstück aktuell im Schnitt 40cm höher als geplant. Ich habe mir sagen lassen, dass das sehr schlecht sei und man nicht einfach – wie man als Laie annehmen dürfte – sein Haus 40cm höher als geplant baut. Zu irgendwas mussten die ganzen Papiermengen für das Bauamt ja gut sein, und sei es nur für die Festlegung der Gründungshöhe. Dementsprechend müssen nun riesige Erdschichten abgetragen werden, was natürlich nochmal eine zeitliche Verzögerung bedeutet.

Der dabei entstehende riesige Erdwall muss dann auf Schadstoffe geprüft werden. Wenn wir Pech haben sollten und es befinden sich Schadstoffe darin, müssen wir weitere Prüfungen durchführen, deren Analytik ca. 4 Wochen dauern wird. Da wir in der Zwischenzeit eigentlich ganz gerne mit unserem Neubau anfangen wollen würden, müsste man die riesigen Erdmassen abtransportieren und irgendwo zwischenlagern – was nicht nur Zeit kostet, sondern auch Geld. Viel Geld. Das natürlich vorher nicht eingeplant war. Hoffen wir also darauf, dass die Erde sauber ist.

Doch, oh Schreck. Das Abtragen des Erdreichs offenbart uns nun Einblicke in graue Vorzeiten. Plastikabfälle (ja, die halten scheinbar wirklich so lange, wie man sagt), Holzbalken, Kabel und vor allem: immer mehr Schutt. Hier müssen alle vorher an diesem Ort gebauten Häuser einfach abgerissen und begraben worden sein, die Neubauten wurden dann auf den alten Ruinen errichtet. Schon irgendwie spannend, aber auch wirklich, wirklich frustrierend, wenn so etwas als neues retardierendes Moment hinzukommt. Denn die Schuttmengen sind nicht nur wirklich schlecht für die Umwelt, sie treiben auch unsere Abrisskosten immer weiter in die Höhe.

Auch die Details der Abstimmung mit dem Nachbarbau ziehen sich in die Länge. Wir können nur hoffen, dass am Freitag der Vermesser noch mal kommt, um zumindest an der vorderen Grundstücksgrenze eine vorgezogene Messung vorzunehmen, die uns erlaubt, die Fundamentlegung zu starten. Wohlgemerkt müsste noch das Nachbargebäude abgestützt werden, damit es dabei nicht zusammenbricht – obwohl es bald ohnehin abgerissen werden soll. Best case wäre also, wenn die Gebäude vorher noch abgerissen werden. Aber das liegt ja wirklich doppelt und dreifach nicht in unseren Händen, sondern primär mal wieder beim Bauamt und sekundär bei den Plänen des Nachbarn.

Dieser Baustart wird nicht langweilig. Und wenn die letzten Beiträge vom Inhalt her chaotisch wirkten, dann sind sie doch nur ein realistisches Abbild der aktuellen Geschehnisse und zeigen, wie es aktuell in meinem Kopf aussieht: Chaos galore!