Scroll Top
Neubau
Stomp 2! Die Rache

„Stampflehm stampfen mit der ganzen Familie, ein Spaß für groß und klein.“ So, oder so ähnlich haben wir uns das damals vorgestellt, als wir uns für den natürlichen Baustoff entschieden und die Umsetzung als Eigenleistung abgenickt haben. 2 Monate Knochenarbeit später lecken wir unsere Wunden und sehen: Ganz so einfach war es doch nicht.

Ich mein: Klar, Spaß hat’s schon irgendwie gemacht. Die ersten Wochen lang zumindest… aber als das Stampfen einfach kein Ende nehmen wollte und der physische Arbeit nicht gewohnte Körper immer mehr ächzte und knackte überall, fragten wir uns zwischenzeitlich schon, ob wir nicht doch Profis hätten beauftragen sollen. Als wir dann auch noch sahen, dass die Wände nach dem Stampfen nicht einfach „fertig“ waren, sondern an vielen Stellen noch nachgebessert werden mussten, rutschten uns die Herzen so tief in die Hose, wie der Stampflehm in seinen angedachten Holz-Halterungen.

Aber am Ende war es wie so oft eine Mischung aus Sturköpfigkeit und Verzweiflung, die einen selbst an kompletten Null-Bock-Tagen immer wieder auf die Baustelle trieb. Kopf runter und weitermachen. Und genau wie bei kleinen Kindern, die nach dem Überwinden des Müdigkeits-Punktes plötzlich wieder wach und kicherig werden, so überwanden auch wir die temporäre Schwäche und machten die knapp 2 Monate Stampfarbeit dann doch noch voll. Hinterher kümmerten wir uns ca. eine Woche lang um die Ausbesserungsarbeiten, denn der Stampflehm war an vielen Stellen runtergesackt und an anderen Stellen sah man deutliche Risse am Übergang vom Stampfgebiet zum Schwalbentechnik-Gebiet (Details gerne nochmal in Teil 1 nachlesen). Über die Gründe hierfür kann spekuliert werden. Stampfhärte, Technik-Defizite? Egal… wichtig war jetzt nur, wie wir damit umgehen.

Bring the kids, they said.
It will be fun, they said.

Natürlich gibt es immer eine Lösung. Die Reparatur-Arbeiten verliefen in 3 einfachen Schritten:

Die größeren Lücken – vornehmlich am oberen Rand der Kompartimente – mussten neu verschalt und dann mit frischem Stampflehm ergänzt werden. Beidseitig. Für die kleineren Risse wurde herkömmlicher Lehmputz angerührt, der dann mittels Kelle in die Risse geschoben wurde. Die Mini-Spalten an den Rändern, in die man Stampflehm gar nicht reinbekäme, wurden per Hand mit Hanfwolle gefüllt. Am Ende hatten wir also langsam aber sicher alle Wände überredet, sich gemeinsam zu insgesamt 4 Zimmern zusammenzuschließen: 3 Kinderzimmer, 1 Bad.

Wer jetzt denkt, das wärs gewesen: weit gefehlt! Klar, manche Menschen machen sich da jetzt noch eine transparente und permeable Lasur drüber und lassen es einfach so, denn hübsch anzusehen ist es schon. Aber die haben vermutlich keine kleinen Kinder, die gerne an Sachen rumspielen und die bei locker hängenden Stücken nichts Besseres zu tun haben, als dran rumzupopeln, bis man ein Fenster zum Geschwisterkind frei hat. Bei uns gehts also noch weiter mit den Innenwänden des Dachgeschosses, es bleibt spannend.

Stay tuned for „Stomp 3: Piña Colada!“