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Neubau
Burning the midnight oil

Der Jahresübergang, inzwischen schon wieder fast einen Monat her, war für uns kein Moment der Ruhe oder Besinnlichkeit. Keine Enklave des Insichgehens, des Revue-Passieren-Lassens oder des Gute-Vorsätze-Fassens. Nein, bei uns wurde über Weihnachten und Silvester knallhart gearbeitet. Und die Zeitverzögerung, mit der ich dies festhalte, beziffert recht akkurat unseren zeitlichen Rückstand, was so ziemlich alles angeht.

Streichen ist eine schmutzige Angelegenheit. Man kann mit noch so spitzen Fingerchen vorgehen, am Ende wird man normalerweise von Kopf bis Fuß von Farbklecksen gezeichnet sein wie ein reverser Dalmatiner. Zumindest ging es uns meistens so, die Profis sind da vielleicht geübter. However, das zum Ende des Hausbaus immer enger werdende Portemonnaie zwang uns dazu, weitere Arbeiten, die eigentlich Profis vorbehalten sein sollten, in Eigenleistung zu erbringen. Das Thema heute: Streichen.

Bei natürlichen Baustoffen verläuft das Streichen nicht so wie wir es bisher kannten: Schnöde in den Baumarkt fahren, Alpinaweiß kaufen und schön dicke auftragen. Das wäre wie Perlen vor die Säue bei diesen schönen Lehmwänden. Stattdessen wurde aus dem Naturbaustoff-Handel Lehmfarbe angeliefert, die erstmal angemischt werden musste. Das alleine war meist eine Arbeit, die uns schon mal die erste Stunde des Arbeitstages kostete (inkl. des Ziehenlassens der Farbe). Der erste Anstrich sah dann meistens brutal schlecht aus, wobei man auch festhalten muss, dass weiße Farbe auf dunklem Untergrund schlechte Dominanzwerte vorweist. Nichtsdestotrotz kamen wir schon im November und Dezember recht gut mit der Arbeit voran, strichen in erster Linie das Obergeschoss und versuchten, dabei den anderen Gewerken nicht zu sehr auf den Füßen zu stehen. Wie so oft halfen uns Freunde und Familie, diese teils anspruchsvollen Arbeiten auszuführen (hätte uns jemand warnen können, wie kacke es ist, Decken zu streichen? Nein? Ok.). Achja, und shout-out an André, der die Decken im Dachgeschoss kathedralen-hoch geplant hat. Much appreciated, wirklich, aber die Streicharbeit da oben war brutal – selbstgebauter Leiterhybrid über dem Treppenauge inklusive (siehe Foto unten).

"Ach, streich die Wand an!"

Am Ende hatten wir aber das Edelweiß und das Rotbraun auf alle vorgesehenen Flächen mehrfach aufgetragen und konnten pünktlich zum Ende der Weihnachtsferien dem Parkettleger die Schlüssel in die Hand drücken. Denn jetzt, da die Kleckerarbeit vorbei ist, ist es eigentlich mal Zeit für einen richtig hübschen Boden, oder? Da lassen wir die dickeren Kleckser einfach für immer im Estrich versinken. Ein sauberes Gefühl irgendwie.