Ich weiß, ich weiß, ich weiß… die Kinder sagen es ja auch: Irgendwann ist es genug mit den Wortspielen. Aber als ich mich in den letzten Wochen mit dem Boden des Hauses beschäftigt habe und gesehen habe, wieviele Sachen da so reinkommen und wieviele Taten dafür nötig sind… doch urteilt vielleicht einfach selbst. Ladies and Gentlemen, please, be floored.
Um genau zu sein sind es viele Sachen, eingerahmt von unseren vielen Taten. Angefangen hat der Spaß damit, dass wir auf dem nackten kalten Betonfußboden standen und uns das Schlammassel ansahen. Der Boden war voller Dreck der verschiedensten Gewerke und dieser Dreck schaute uns zum Teil dreist direkt ins Angesicht, zum Teil versteckte er sich unter der ausgiebigen Leerrohrverlegung der Elektriker. Die erste Tat Richtung Fußboden musste also sein, sich auf die Knie zu begeben und das ganze Haus mit Müllschippe und Handfeger durchzufegen. Bei 3 Stockwerken und viel Schmutz zwischen vielen Rohren ist das keine Arbeit, die man mal eben so am Vormittag erledigt. Man verteilt die Arbeit lieber über einige Tage, um den Knien Zeit zur Erholung zu geben. Am Ende war das Haus aber wenigstens mal sauber – naja, sauberer als sonst zumindest.
Doch dies war nur die Vorarbeit für die eigentlichen Profis, die binnen anderthalb Wochen die ersten Schichten unseres Fußbodens verlegten. In dieser Zeit durften sich die anderen Gewerke endlich mal ausruhen. Der Rest dieses Absatzes ist vor allem für Interessierte und/oder Fachkundige, alle anderen dürfen unten bei „Der Boden…“ weiterlesen. Der Fußbodenaufbau teilte sich also in die folgenden Schichten: Zuerst – wer hätte es gedacht – Hanfschüttung. Als hätten wir davon noch nicht genug im Haus, wurde jetzt auch der Fußboden mit Hanfschäben gefüllt. Darüber kamen zwei Schichten Holzweichfaserplatten, was dem ganzen schon mal eine ebene Oberfläche gab. Hierauf dann die Lithoterm-Estrich-Formplatten, in die wiederum in harter Kleinarbeit die Fußbodenheizung gefädelt wurde. Zu guter letzt eine Schicht Gewebespachtelung, damit alles in Form bleibt und nichts mehr rausrutscht- herrlich.
Der Boden gibt dem Haus jetzt ein ganz anderes Gefühl. Man kann sich plötzlich vorstellen, hier zu tanzen. Das Haus verschiebt sich ganz langsam von „Baustelle“ zu „Dancefloor“, der Vibe-Shift ist mit Hand und Fuß zu spüren. Darum bin ich als Erstes auch wie ein Komplett-Nappel in die weiche Spachtelung getreten und habe meinen Fußabdruck hinterlassen. Dank an Mario, der das kopfschüttelnd wieder gefixt hat.
"Schuuuhe aus! Ich hab [gespachtelt]!"
- Frau Gloer, Werner Beinhart
Und da eine gute Geschichte nicht nur auf den Knien beginnt, sondern auch auf eben diesen endet, fanden wir uns nach dieser Schichtlegung schon wieder auf allen Vieren. Diesmal, um den neuen tollen Fußboden vor den S3-Sicherheitsschuhen und den brachialen Plänen der Folgegewerke zu schützen, indem wir den Fußboden des gesamten Hauses mit Folie abklebten. Auch wieder so ne Sache, die man sich eher über mehrere Tage verteilen muss. Aber dafür haben wir am Ende dann auch wenigstens eine prima Grundlage (im doppelten Sinne) für den Tanzbereich. Keep on keepin on.

